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Aufruf an Missbrauchsopfer im Bistum Hildesheim gestartet

Einen Aufruf an mögliche Missbrauchsopfer im Bistum Hildesheim hat das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) gestartet. Menschen, die sexualisierte Übergriffe durch den früheren Hildesheimer katholischen Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) oder den pensionierten Priester Peter R. erlitten haben, sollen sich melden, wie das IPP am Montag in München mitteilte. Auch Menschen, die Kenntnisse über solche Vorfälle haben, werden um Auskunft gebeten.

Das Bistum Hildesheim hatte Mitte vergangenen Jahres die unabhängigen Gutachter des IPP beauftragt, die Missbrauchsvorwürfe zu klären. Deren Mitarbeiter sollen auch den bisherigen Umgang des Bistums mit den Fällen bewerten. Man erhoffe sich Klarheit darüber, ob es ein institutionelles Versagen gegeben habe, "das die mutmaßlichen Missbrauchstaten erleichtert und deren Verfolgung erschwert hat", so das Bistum.
Dem 1988 gestorbenen Hildesheimer Bischof Janssen werden laut IPP-Sprecher Gerhard Hackenschmied drei Fälle von Missbrauch vorgeworfen. In einem der Fälle zahlte das Bistum eine sogenannte Anerkennungsleistung von 10.000 Euro. Das IPP soll auch klären, ob Prüfung und Zahlung nach den Vorschriften der Deutschen Bischofskonferenz erfolgten.
Der Missbrauchsfall des ehemaligen Pfarrers und verurteilten Missbrauchstäters Peter R. hatte Ende 2015 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Priester soll in den 70er- und 80er Jahren mindestens 100 Kinder am Berliner Canisius-Kolleg missbraucht haben. Den Vorwürfen einer jungen Frau aus dem Bistum Hildesheim, der Mann habe auch sie als Kind bedrängt, ging das Bistum im Jahr 2010 nicht konsequent genug nach, wie es selbst einräumte. Anfang 2016 meldete sich auch die Mutter des Mädchens mit ähnlichen Vorwürfen zu Wort.
Peter R. war nach den Angaben von 1982 bis 1989 Dekanatsjugendseelsorger in Göttingen, anschließend bis 1997 in der Gemeinde Guter Hirte in Hildesheim, bis 1998 in Sankt Christophorus in Wolfsburg und schließlich bis 2003 in Sankt Maximilian Kolbe in Hannover tätig.
Alle Angaben würden streng vertraulich behandelt und nach Abschluss des Gutachtens gelöscht, hieß es. Sämtliche IPP-Mitarbeiter verfügten über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Missbrauchsopfern. Psychosoziale Beratungen würden darüber hinaus vermittelt.

KNA

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