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Kampf gegen Menschenhandel - Papst und Politik für mehr Schutz

Kirche und Politik haben anlässlich des internationalen Tags gegen Menschenhandel am Sonntag bessere Schutzmaßnahmen gefordert. Papst Franziskus rief beim öffentlichen Mittagsgebet in Rom alle gesellschaftlichen Kräfte auf, gegen diese "moderne Form der Sklaverei" vorzugehen. Jährlich würden Tausende Männer, Frauen und Kinder wege ihrer Arbeitskraft oder sexuell ausgebeutet oder für Organhandel missbraucht. Die Öffentlichkeit scheine an Menschenhandel so sehr gewöhnt, dass man ihn für etwas Normales halte, kritisierte Franziskus. "Das ist übel, das ist grausam, das ist kriminell."

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella verwies auf die Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum. Auch Schlepperbanden, wenngleich sie nach internationalem Recht von Menschenhändlern unterschieden seien, trieben ihre Opfer in "Umstände der Sklaverei", sagte er. Europa müsse diesen "Händlern des Todes" wirksam entgegentreten. "Kein Volk und kein Bürger kann gleichgültig bleiben, solange auch nur ein einzelner Mensch gezwungen ist, als Sklave zu leben" sagte Mattarella. Im Mittelmeerraum habe diese Verpflichtung viel zu tun mit dem Kampf gegen die kriminellen Banden, die den Verkehr der Migranten und Flüchtlinge betrieben.
Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden über 20 Millionen Menschen weltweit unter den Folgen von Menschenhandel. Mehr als zwei Drittel der Ausbeutung gehen laut einer Mitteilung der Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR auf das Konto von Zwangsprostitution. 70 Prozent der Opfer sind Frauen und Mädchen, der Anteil der Minderjährigen beträgt ein Viertel. Besonders Migrantenkinder hätten ein hohes Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden, so die UN. Die derzeitigen Mechanismen, um Kinder in Konflikten oder humanitären Krisen zu schützen, seien überwiegend ineffektiv.
Caritas Europa warnte in diesem Zusammenhang vor den Folgen für die Persönlichkeit und das Leben jener Kinder, die Opfer von Menschenhandel geworden seien. Die Expertin für Menschenhandel von Caritas Europa, Genevieve Colas, sagte, die Medienberichte über die verschwundenen Flüchtlingskinder seien nur die "Spitze des Eisbergs". Es müsse dringend gehandelt werden, so Colas. Besonders wichtig sei es, unbegleitete minderjährige Migranten zu schützen.
Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) warb für besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. "Alle Formen von Menschenhandel zielen darauf ab, dass Menschen mit kriminellen Mitteln  ausgebeutet werden. Und Menschenhandel gibt es auch bei uns in Deutschland. Unser Ziel ist es, die Opfer zu erkennen, zu schützen und ihnen die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen", betonte sie. Täter dürften mit ihrem "kriminellen und menschverachtenden Treiben" nicht davonkommen.
KNA

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