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Kardinal Woelki prangert Flüchtlingspolitik und Türkei-Pakt an

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat erneut die europäische Flüchtlingspolitik angeprangert. „Eine Politik zu loben, die die Zahlen an Migranten senkt um den Preis, dass diese in Lagern an der afrikanischen Küste unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden, kann nur als zynisch bezeichnet werden“, sagte er am Donnerstagabend in Köln.

Auch Wegsehen sei eine Schuld, zitierte er die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan. Zugleich übte der Erzbischof Kritik am Flüchtlingspakt mit der Türkei. Es sei eine „Schande für Europa, dass wir mit einem solchen Land Abkommen schließen“.

Woelki äußerte sich bei einem Medienempfang des Erzbistums zum Thema „Heimat und Identität“. Er wandte sich dagegen, sich gegen heimatlos gewordene Menschen abzuschotten und Europa zu einer Festung auszubauen. Angesichts von Krieg und Terror „würden wir uns genauso auf einen neuen Weg machen in eine neue Heimat“, sagte der Erzbischof.

Nach den Worten Woelkis ergeben sich für die Migranten wie für die aufnehmenden Menschen Veränderungen. Damit stelle sich die Frage nach verbindlichen Maßstäben und Grundsätzen. Mit Blick auf Warnungen vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ sagte er, Kern der christlichen Tradition und Kultur seien die Werte Freiheit, Würde der Person und freie Religionsausübung.

Der Erzbischof rief dazu auf, die eigene kulturelle Prägung ebenso zu schätzen wie die Vielfalt der übrigen Kulturen anzuerkennen. Auch im anders geprägten Gegenüber könne Gleiches erkannt und wertgeschätzt werden. Das Verbindende zwischen den Geschöpfen solle stärker sein als das Trennende. Es gelte, die Welt vom eigenen sicheren Standpunkt aus zu erschließen - in Offenheit, Wertschätzung und im Blick auf das allen Gemeinsame.

KNA

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