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Lepra-Ärztin Ruth Pfau gestorben - "Kämpferin für bessere Welt"

Ruth Pfau, international bekannte Lepra-Ärztin und katholische Ordensfrau, ist tot. Sie starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in Pakistan, wie in Würzburg die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) mitteilte. Am vergangenen Freitag sei Pfau nach einem Schwächeanfall in eine Klinik in Karachi gebracht worden und dann friedlich eingeschlafen.

Die Ordensfrau hat es in den vergangenen 55 Jahren geschafft, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in der Islamischen Republik Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebt sie in der 13-Millionen-Metropole Karachi. Pfau wird den Angaben zufolge nach ihrem Wunsch in dieser Stadt bestattet.
"Ruth Pfau hat Hunderttausenden Menschen ein Leben in Würde ermöglicht. Ihr Tod bedeutet für alle, die sie kannten, einen großen Verlust und hinterlässt durch die enge Verbundenheit eine tiefe Trauer", erklärte der Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung, Harald Meyer-Porzky.
"Ruth Pfau wird als große Kämpferin für eine bessere Welt in Erinnerung bleiben", betonte DAHW-Präsidentin Gudrun Freifrau von Wiedersperg. "Zigtausenden von Lepra gezeichneten und aus der Gesellschaft ausgegrenzten Menschen hat sie mit ihrer medizinischen und sozialen Hilfe ein neues Leben geschenkt." Die Hilfe werde in Pfaus Sinne fortgesetzt.
Den Angaben zufolge arbeitete die DAHW seit 1961 mit der Ärztin zusammen und gründete gemeinsam mit ihr 1996 die Ruth-Pfau-Stiftung. Die DAHW unterstütze das von ihr gegründete pakistanische Hilfswerk Marie-Adelaide-Leprosy-Centre (MALC).
Geboren am 9. September 1929 in Leipzig, kam Pfau nach Kriegsende nach Westdeutschland und studierte Medizin. Mit 22 ließ sie sich evangelisch taufen, trat aber wenig später zum Katholizismus über. Während ihrer Weiterbildung kam der große Wendepunkt. 1957 trat sie in den Orden der "Töchter vom Herzen Mariä" ein. Die Ordensschwestern wirken ohne Klausur und Tracht mitten im Leben. 1960 begann Pfau als Ärztin in den Elendsquartieren von Karachi.
"Mein erster Besuch in der Leprakolonie von Karachi ist für mein Leben sehr entscheidend gewesen", sagte Pfau einmal. "Der Mensch hat ein Recht auf Würde und Glück. Er ist nicht dazu geboren, im Schmutz zu leben." Sie kümmerte sich insbesondere auch um Frauen in Pakistan.
Mehr als 50.000 Menschen seien in Pakistan dank Pfau von Lepra geheilt worden, so die DAHW. Sie sei nicht nur "Mutter der Leprakranken" genannt, sondern 1979 auch zur Ehrenbürgerin und nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt worden. Geholfen habe Pfau auch nach Erdbeben oder Flutkatastrophen.
Dafür habe sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Marion Dönhoff Preis, den Lifetime-Achievement-Award sowie den deutschen Fernsehpreis Bambi als "Stille Heldin". Bis zu ihrem Tod habe sich Pfau für Menschenrechte, Völkerverständigung und die Achtung aller Religionen eingesetzt, hieß es.

KNA

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