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Merkel fordert Weltreligionen zu gemeinsamer Friedensarbeit auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Religionen der Welt zu gemeinsamen Anstrengungen für den Frieden aufgerufen. Sie hätten dazu aus ihrem Wesen heraus den Auftrag, sagte Merkel am Sonntag in Münster. Die Religionen seien aufgefordert, sich gegen Gewalt und Krieg zu wenden, auch wenn aus religiösen Gründen dazu aufgerufen werde.

Die CDU-Chefin äußerte sich beim Weltfriedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio und bekannte, sie bewundere die friedensstiftende Kraft der Organisation. Die Gemeinschaft sei auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtet. Sant'Egidio arbeite in der Gewissheit, dass Veränderung zum Guten langfristig möglich sei, so Merkel.

Das 31. Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft steht unter dem Motto "Wege des Friedens" und findet in Münster und Osnabrück statt. An der Eröffnung nahm auch der Präsident des Europaparlaments Antonio Tajani teil. Das Treffen dauert bis Dienstag. Neben führenden Vertretern von Kirchen und Religionen erwarten die Veranstalter rund 5.000 Teilnehmern.

Weiter betonte Merkel, die Unterschiede zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften dürften nicht geleugnet werden. Zwar sei interreligiöser Dialog schwierig; die Alternative aber sei, übereinander zu reden statt miteinander. Das jedoch fördere Ressentiments und Unfrieden, so die Kanzlerin.

Sie hob hervor, die Kirchen und Religionsgemeinschaften setzten sich in erster Linie für humanitäre Lösungen von Problemen ein. In der Entwicklungszusammenarbeit etwa seien sie unersetzliche Partner der Politik. Europa habe dabei eine besondere Verantwortung für Afrika. Klassische Entwicklungshilfe reiche dort nicht. Zusätzlich zu wirtschaftlicher Hilfe sei Unterstützung für den Aufbau von Bildungseinrichtungen gefordert.

KNA

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