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Nobelpreisträger Tutu fordert Schutz für Muslime in Myanmar

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und emeritierte Erzbischof Desmond Tutu hat sein selbst auferlegtes Schweigen zu weltpolitischen Themen gebrochen und einen besseren Schutz von Muslimen in Myanmar gefordert. Der 85-Jährige kritisierte die Regierungschefin des asiatischen Landes, Aung San Suu Kyi, für ihre Untätigkeit, wie südafrikanische Medien am Freitag berichteten. Auch sie ist Trägerin des Friedensnobelpreises.

„Meine liebe Schwester: Wenn Schweigen der politische Preis für deinen Aufstieg in das höchste Amt Myanmars ist, dann ist dieser Preis ganz klar zu hoch“, so der frühere anglikanische Erzbischof von Kapstadt in einer Aussendung. Bei Suu Kyis Entlassung aus dem Hausarrest 2012 habe Tutu eine Verbesserung der Minderheitenrechte erwartet. „Aber das, was manche ethnische Säuberungen oder einen langsamen Genozid nennen, geht weiter - und wurde jüngst schlimmer.“

Seit Oktober 2016 geht die Armee Myanmars wegen angeblicher Angriffe auf Grenzposten gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. Menschenrechtsorganisationen berichten von Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie der Niederbrennung von Dörfern durch die Armee Myanmars. Hunderttausende flohen über die Grenze nach Bangladesch.

„Während wir zusehen, wie sich der Horror ausbreitet, beten wir, dass du erneut Courage und Widerstand zeigst“, appellierte Tutu an Nobelpreisträgerin Suu Kyi, die international für ihr Schweigen kritisiert wurde. Über den Militärstaat Myanmar sagte Tutu: „Ein Land, das nicht Frieden mit sich selbst geschlossen hat und versäumt, die Würde und den Wert seines Volks anzuerkennen, kann kein freies Land sein.“

KNA

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