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Papst ruft gegen Gewalt und zu Brüderlichkeit der Religionen auf

Appelle für einen brüderlichen Umgang zwischen Christen und Muslimen sowie gegen Gewalt im Namen der Religion prägten am Wochenende den Besuch von Papst Franziskus in Ägypten. In mehreren Reden rief der Papst zu Frieden, Toleranz und zur Versöhnung der Religionen auf.

Der Besuch drei Wochen nach islamistischen Anschlägen auf zwei koptische Kirchen im Land mit 45 Toten war von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Während einer Messe kreisten sogar Militärhubschrauber über dem Stadion in Kairo.
Auf dem Rückflug nach Rom äußerte sich der Papst einmal mehr zu aktuellen Fragen. Im Streit um Nordkorea warnte er vor einer Eskalation und rief zu mehr diplomatischem Einsatz auf. Mit Blick auf überfüllte Flüchtlingslager hielt Franziskus an seinem umstrittenen KZ-Vergleich fest. Dabei lobte er die Lage in Deutschland. Dort habe er zudem stets die deutsche Fähigkeit zur Integration türkischer Zuwanderer bewundert.
In Kairo verurteilte Franziskus zusammen mit dem Großscheich der islamischen Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyeb, alle Formen von religiösem Hass und Extremismus. Zugleich forderte er bei einer internationalen Friedenskonferenz mehr Einsatz für Menschenwürde, Menschenrechte und Religionsfreiheit. Bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hob der Papst die zentrale Rolle Ägyptens im Kampf gegen Extremismus und Gewalt im Nahen Osten hervor.
Zusammen mit dem koptischen Patriarchen Tawadros I. unterzeichnete Franziskus eine ökumenische Erklärung. Darin wird das Leiden verfolgter Christen aller Konfessionen als "Zeichen und Werkzeug der Einheit" bezeichnet.
Beobachter werteten die zweitägige Reise als wichtigen Impuls für den Dialog zwischen Vatikan und islamischer Welt. Allerdings monierten einige Kritiker, Franziskus hätte sich noch deutlicher für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im größten arabischen Land aussprechen sollen.
Die internationale Friedenskonferenz in der Azhar-Universität war ein christlich-muslimisches Gipfeltreffen, wie es zuvor noch nie stattgefunden hatte. Außer dem Papst waren auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christenheit, Patriarch Bartholomaios I., sowie Spitzenvertreter der katholischen und orthodoxen Kirchen im Nahen Osten gekommen. Das Besondere war nicht zuletzt, dass die Einladung von muslimischer Seite ausging.
Bei einer Messe am Samstag rief Franziskus zu einer "Kultur des Dialogs, des Respekts und der Brüderlichkeit" auf. "Der einzige erlaubte Extremismus für Gläubige ist die Nächstenliebe", sagte er bei der Feier in einem Stadion im Osten Kairos vor rund 15.000 Gläubigen.
Im Rückblick auf seine Reise betete Franziskus dann am Sonntag zusammen mit Zehntausenden auf dem Petersplatz für Frieden in dem muslimischen Land. Bei seinem Angelus-Gebet erbat Franziskus den Segen Gottes für "das ganze so gastfreundliche ägyptische Volk, die Regierung und die christlichen und muslimischen Gläubigen".

KNA

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