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Vatikan: Migranten besser vor Menschenhandel schützen

Der Vatikan hat die Staatengemeinschaft aufgerufen, beim Kampf gegen Menschenschmuggler die Opfer besser zu schützen. Speziell Asylbewerber und Migranten, die auf der Suche nach Sicherheit ihr Leben riskierten, bräuchten gezielte Hilfen, um nicht in die Fänge von Mafia-Organisationen zu geraten, forderte Michael Czerny, Untersekretär in der für Flüchtlings- und Migrationsfragen zuständigen Vatikanbehörde, am Montag bei der UNO in Wien.

Die Betroffenen benötigten vor allem psychologische Beratung, Rehabilitation und die Möglichkeit, solange legal im Land bleiben zu können, wie die Behandlung ihrer Traumatisierung andauere.

Menschenschmugglern werde es zu leicht gemacht, „die Verzweiflung von Migranten und Asylbewerbern auszunutzen“, sagte der Jesuit bei einer Konferenz zum Thema „sichere Migration“. Da vielen Migranten keine sicheren Routen zur Verfügung stünden, seien die Schlepper für sie oft die einzige Wahl. „Menschen mit irregulärem Status oder ohne Papiere laufen am meisten Gefahr, ausgebeutet und versklavt zu werden“, so Czerny. Auch Armut, Staaten- und Arbeitslosigkeit sowie fehlende Bildung seien Risikofaktoren für Menschenhandel; besonders gefährdet seien Frauen.

Czerny verwies auf jüngste UN-Statistiken für das Jahr 2016: Demnach waren 51 Prozent der Opfer von Menschenhandel Frauen, 21 Prozent Männer, 20 Prozent Mädchen und 8 Prozent Jungen. Menschenhandel gehöre zu den weltgrößten Industriezweigen, so der Vatikanvertreter - zwischen 21 und 46 Millionen Menschen seien involviert, als Opfer von Zwangsarbeit, Zwangsheirat, Sexhandel und anderen Formen von Menschenhandel.

„Menschenhandel ist ein globales Phänomen, dessen Bewältigung kein Land alleine schafft. Um dagegen anzukommen, ist eine Mobilisierung nötig, die so groß ist wie das Phänomen selbst“, so Czerny weiter. Es sei dringend nötig, die Ermittlungen gegen Menschenhändler besser zu koordinieren, „und zwar auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene“. Der Datenaustausch zwischen den Staaten müsse ausgebaut, Opfer müssten besser geschützt und Täter konsequenter verfolgt und bestraft werden.

KNA

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