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Viele Katholiken wollen Le Pen - Andere Religionen für Macron

Bis zu 46 Prozent der französischen Katholiken wollen am Sonntag die Kandidatin des rechtspopulistischen Front National Marine Le Pen wählen. Das geht aus einer Umfrage der Zeitung "Le Monde" hervor. Während 42 Prozent der regelmäßig praktizierenden Katholiken Le Pen ihre Stimmen geben wollten, seien es bei den gelegentlich oder nicht praktizierenden sogar 46 Prozent. Von den Wählern "ohne Religion" gaben 34 Prozent an, am Sonntag für die FN-Kandidaten stimmen zu wollen.

Im ersten Wahlgang hatten laut der Umfrage 44 Prozent der praktizierenden Katholiken den Kandidaten der bürgerlich-konservativen Republikaner, Francois Fillon, gewählt. Er schaffte es jedoch nicht in die Stichwahl, die am Sonntag zwischen Le Pen und dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron ausgetragen wird.
Spitzenvertreter von Protestanten, Judentum und Islam in Frankreich riefen unterdessen zur Wahl Macrons auf. In einem am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Appell heißt es, nur Macron könne für ein Frankreich stehen, das seine Stärke aus der Geschichte schöpfe und mit Vertrauen in die Zukunft blicke.
Weiter betonen die Unterzeichner, dass sie sich als Repräsentanten des religiösen Lebens zwar zu politischer Neutralität verpflichtet fühlten. Als "verantwortungsvolle Bürger" liege ihnen jedoch daran, dass im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen ein "großherziges, tolerantes und weltoffenes Frankreich" den Sieg davontrage.
Der Appell trägt die Unterschriften des Vorsitzenden der Protestantischen Föderation von Frankreich, Francois Clavairoly, des Oberrabbiners von Frankreich Haim Korsia und des Vorsitzenden des französischen Islamrates Anouar Kbibech. Laut Angaben der Zeitung "La Croix" ist eine solche Erklärung bislang beispiellos. Katholische Vertreter hätten das Papier nicht unterzeichnet.
Die katholische Französische Bischofskonferenz betonte am Mittwoch noch einmal, nicht Partei für einen Kandidaten zu ergreifen. Die Bischöfe befänden sich in einer "schwierigen" Situation. Sie setzten auf das "Urteilsvermögen" der Gläubigen und nicht auf eine Wahlempfehlung, erklärte der Vorsitzende, Erzbischof Georges Pontier. Mehrere französische Bischöfe sprachen sich unterdessen Macron aus.
33 katholische Verbände und Gruppen riefen unterdessen implizit dazu auf, nicht den Front National zu wählen. In einer Anzeige in "La Croix" vermieden sie allerdings eine klare Wahlempfehlung für Macron. Ähnlich wie die französischen Bischöfe in ihrer Erklärung vor dem ersten Wahlgang ermutigen die Verbände dazu, sich mit dem Stimmzettel für eine "Akzeptanz der Unterschiede", für "Öffnung und Dialog" sowie für ein "gerechteres Europa" einzusetzen.
Die stellvertretende Chefredakteurin von "La Croix", Isabelle de Gaulmyn, hatte am Wochenende das Schweigen der Bischofskonferenz kritisiert. Demgegenüber sprach sich die Christdemokratin Christine Boutin dezidiert für Le Pen aus. Die Sprecherin des Pro-Life-Bündnisses "Manif pour tous", Frigide Barjot, erklärte, Macron sei wegen seiner Positionen bei Bioethik und Lebensschutz nicht wählbar.

KNA

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