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Zahl der Organspenden in Deutschland weiter im Sinkflug

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist weiter im Sinkflug. Im ersten Halbjahr 2017 spendeten 412 Menschen ihre Organe, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das ist demnach die geringste Zahl an Spendern in einem Halbjahr, die jemals gemessen wurde. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 421 Spender, 2011 noch 575.

Auch die Zahl der gespendeten Organe ging deutlich weiter zurück. Sie fiel von 1.397 im ersten Halbjahr 2016 auf jetzt 1.331. Die Zahl der transplantierten Organe sank im gleichen Zeitraum von 1.448 auf 1.410.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte dazu, die Politik müsse endlich die Reißleine ziehen; die Zeit des Zuschauens sei zu Ende. "Alle Parteien müssen endlich in sich gehen und aus Mitgefühl mit den vielen Patienten auf der Warteliste handeln", sagte Vorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Das System der Organspende dürfe nicht länger in den Händen von demokratisch nicht legitimierten privaten Organisationen wie der DSO oder der Bundesärztekammer bleiben. "Der Staat muss Verantwortung für die Verteilung von Lebenschancen übernehmen", so Brysch. Der Gesetzgeber müsse die Richtlinien formulieren, für ihre Einhaltung und mögliche Strafmaßnahmen bei Vergehen sorgen.

KNA

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