Start
Erzbischof Koch beklagt Blockaden im Dialog der Kirchen PDF Drucken E-Mail
Der neue vatikanische Ökumene-Minister, Erzbischof Kurt Koch, sieht Blockaden im Dialog zwischen den Kirchen. Jede Kirche stehe "in der Versuchung, ihre eigene Einheitsvorstellung auf das Ziel der Ökumene zu übertragen und das dann als ökumenisch zu bezeichnen", sagte Koch in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung". Notwendig sei stattdessen "eine gemeinsame Vision von der Einheit der Kirche".

Grundsätzlich führt nach den Worten Kochs kein Weg an der Ökumene vorbei. "Die Verkündigung des Evangeliums leidet darunter, wenn die Christen nicht mit einer Stimme sprechen können", so der Erzbischof, der im kirchlichen Alltag zu mehr Zusammenarbeit aufrief. Als Beispiel nannte er ein verstärktes gemeinsames Engagement im sozialen Bereich und in der Erwachsenenbildung.

Einer Vollmitgliedschaft der katholischen Kirche im ökumenischen Weltkirchenrat (ÖRK) erteilte Koch allerdings eine Absage. Dies wäre "rein zahlenmäßig ein großes Problem", sagte der Erzbischof in Anspielung auf die Vielzahl von kleineren Gemeinschaften innerhalb der Organisation. "Was würde es der Ökumene dienen, wenn die katholische Seite derart mehrheitlich vertreten wäre?" Dem ÖRK gehören nach eigenen Angaben 349 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften in mehr als 110 Ländern an. Sie repräsentieren weltweit rund 560 Millionen Christen.

Koch, bislang Bischof von Basel, trat zum 1. Juli die Nachfolge des deutschen Kardinals Walter Kasper als Präsident des vatikanischen Rates zur Förderung der Einheit der Christen an. Papst Benedikt XVI. erhob den 60-Jährigen bei seiner Ernennung zugleich in den Rang eines Erzbischofs.

 
< zurück   weiter >
Free Joomla Templates