Anzeige

Erfahrungen aus 40 Jahren im Pfarrgemeinderat

Centa Plöckl: „Eine Art von Seelsorge“

Bis Mitte Dezember werden Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahlen am 25. Februar 2018 gesucht. Die Katholische SonntagsZeitung stellt einige Pfarrgemeinderäte vor. Diesmal: Centa Plöckl, die mehr als 40 Jahre für dieses Gremium aktiv war.

Samstags, 10 Uhr – im Kalender steht das Treffen mit Centa Plöckl. Eine sympathische Dame betritt das Café Clematis in Weichenberg – es ist die Pfarrgemeinderatsvorsitzende der Pfarrei St. Johannes Baptist in Alsmoos-Petersdorf (Kreis Aichach-Friedberg).
Mehr als 40 Jahre ist Centa Plöckl schon in diesem Amt. Als gebürtige Sielenbacherin (Erzdiözese München-Freising) sammelte sie als Jugendvertreterin bereits Erfahrung im Pfarrgemeinderat. Bei ihrer Hochzeit 1975 kam der damalige Pfarrer von Alsmoos auf sie zu, weil er einen Pfarrgemeinderat haben wollte. Sie wurde gleich Pfarrgemeinderatsvorsitzende. „Ich konnte viel entwickeln und habe meine Ideen auch in die Gremienarbeit eingebracht“, sagt sie.
Die ausgebildete Krankenschwester hat sich nicht nur im Pfarrgemeinderat, sondern auch in anderen Gremien engagiert, unter anderem im Vorstand beziehungsweise Beirat der Katholischen Erwachsenenbildung des Landkreises Aichach-
Friedberg. Seit Gründung der Pfarreiengemeinschaft Aindling ist sie auch Pastoralratsvorsitzende.
Am Anfang sei das Zusammenwachsen gar nicht so einfach gewesen. Es wurde viel diskutiert, jede Pfarrei musste ihren Platz in der Gemeinschaft finden. Centa Plöckl ist es wichtig, dass der Pfarrgemeinderat vor Ort weiter besteht. „Das ist ja auch eine Art von Seelsorge, zu der wir alle berufen sind.“
Der Pfarrer allein könne ja gar nicht Kontakt zu allen Menschen in der Pfarreiengemeinschaft halten. So seien Pfarrgemeinderäte nicht nur als Ansprechpartner gefragt, sondern auch als diejenigen, die Maiandachten, Oktoberrosenkränze oder andere Formen des Gottesdienstes in der Pfarrei durchführten.
Als Krankenschwester war Centa Plöckl viele Jahre in leitender Position tätig – im Caritas-Pflegezentrum St. Hildegard in Pöttmes und in der Sozialstation, die sie federführend mit aufgebaut hat.
 Da stellt sich die Frage: Wie schafft man das? Wie bringt man Familie – vier Kinder und mittlerweile vier Enkelkinder –, Beruf und Ehrenämter unter einen Hut? „Ohne die Unterstützung meines Mannes, meiner Familie und meiner ganzen Verwandtschaft wäre das nicht gegangen“, blickt die Pastoralratsvorsitzende zurück.
Sie kandidiert bei den bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahlen nicht mehr. Dennoch stellt sie sich weiterhin für die Arbeit in der Pfarrei zur Verfügung. Das Pfarrbriefteam muss nicht auf sie verzichten. Ebenso hat sie ehrenamtlich den Mesnerdienst mit übernommen und gestaltet 14-tägig im Seniorenheim in Pöttmes den sonntäglichen Wortgottesdienst. In der Pfarrei Alsmoos-Petersdorf gibt es – auch dank ihrer Initiative – ein Seniorenfrühstück, einen Seniorennachmittag und einen Gottesdienst mit Krankensalbung mit anschließendem Kaffee und Kuchen im Pfarrheim.

Große Vielfalt

Centa Plöckl hofft, dass es wieder genügend Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahl gibt. Man müsse den Blick bei den Kandidaten weiten – es seien nicht nur „Dauerkirchgänger“, die sie sich für das Amt vorstellen könne. Der Pfarrgemeinderat lebe davon, dass eine große Vielfalt an Menschen und Altersgruppen zusammenkomme. Auch dem Wandel in der Gesellschaft müsse Rechnung getragen werden.
Befragt nach einem Tipp für frisch gewählte Pfarrgemeinderäte empfiehlt Centa Plöckl, dass man sich nicht zu viel vornehmen und eigene Ideen einbringen solle. „Es ist nicht nur ein Geben, sondern auch ein Nehmen. Man bekommt in kleinen Gesten oftmals viel Dankbarkeit und Vertrauensbeweise zurück.“ Christine Schmid-Mägele

02.12.2017 - Bistum Augsburg