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Neues Willkommenszentrum im alten Klostergewölbe

Ein fürstlicher Empfang

BENEDIKTBEUERN – Wäre man nur Kurfürst gewesen ...  Im 17. Jahrhundert war es als Adeliger ganz einfach, im Kloster Benediktbeuern anzukommen. Mit Ross und Reiter fuhr die Kutsche direkt in den schönen, großen Arkadenhof, und schon standen Bedienstete Spalier, um den hochwürdigen Gast mit einem wohlschmeckenden Trunk zu empfangen. 

Eine selbstverständliche Geste, denn die alten Benediktinerregeln umfassen weit mehr als nur „Ora et labora“. Und so wurde die Gastfreundschaft ganz nach der Regula Benedicti Kapitel 53 im Kloster Benediktbeuern hochgehalten. 

Seit dieser Zeit hat sich einiges in dem Klosterdorf im Loisachtal verändert. Benediktiner leben seit 1803 nicht mehr im Kloster. Aber seit über 90 Jahren füllen die Salesianer Don Boscos die alten Gemäuer mit Leben. Selbstverständlich wird die Gastfreundschaft auch bei ihnen großgeschrieben.

Doch ganz so einfach wie der Kurfürst hatten es die Besucher die vergangenen Jahre nicht, denn die Wege im Kloster sind verschlungen. Die Klosterkirche mit ihren beiden Zwiebeltürmen ist noch am einfachsten zu erkennen. Allerdings darf man in den Arkadenhof, in dem ihr Eingang liegt, schon lange nicht mehr fahren. Ausgangspunkte zur Klosteranlage sind der Großparkplatz oder der Bahnhof. 

Das Kloster Benediktbeuern ist als geistliches Zentrum – im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – über die Jahre stark gewachsen. Im weitläufigen Gelände sind die zahlreichen verschiedenen Einrichtungen nur schwer zu finden. Aber damit ist jetzt Schluss, denn am 15. November wird das neue Willkommenszentrum eröffnet. Es liegt direkt im alten Maierhof, den ehemaligen Stallungen, und wird vom Mitarbeiter-Team des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) und der Gästehäuser betrieben. 

„Wir freuen uns, dass unsere Gäste jetzt eine zentrale Anlaufstelle haben, an der sie gebündelte Informationen rund um das Kloster erhalten“, erklärt Pater Claudius Amann, Einrichtungsleiter des Klosters. „Dafür haben wir einen Platz gesucht, der ideal zwischen dem Großparkplatz und dem Bahnhof liegt. Natürlich wollten wir das neue Willkommenszentrum auch nachhaltig in bestehende Gebäude integrieren.“

Das ist den Mitarbeitern, da-
runter auch einigen Jugendlichen, die ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Denkmalpflege absolvieren, sowie den heimischen Handwerksbetrieben gelungen: Das historische Gewölbe ist nun ein heller, freundlicher und behindertengerechter Empfangsbereich mit einer Sitzinsel, bequemen Sesseln, lichten Trennwänden aus Seekieferholz, Informationstafeln und einem Tresen. 

Hier erhalten Besucher alle Infos rund um das Kloster und seine Einrichtungen: die Gästehäuser, die Don-Bosco-Jugendherberge, das ZUK, die Katholische Stiftungshochschule, das Institut für Salesianische Spiritualität, die Jugendbildungsstätte und das
Jugend-Pastoralinstitut. 

Wer auf der Suche nach einer Einrichtung ist, wird von den Mitarbeitern an die richtige Stelle geleitet. Dazu zählen auch die Konzertsäle, das Klostercafé, das Bräustüberl, Ausstellungsräume, der Klosterladen, die Fraunhofer Glashütte und das Zentrum für Trachtengewand. 

Bei der Suche helfen zudem neu gestaltete Schilder im Außenbereich, die im Lauf der nächsten Monate installiert werden. Der Willkommensbereich umfasst darüber hinaus eine Gepäckaufbewahrung sowie ein Fundbüro. Er ist mit einem kostenlosen WLAN und einem kleinen Arbeitsbereich ausgestattet. 

Lisa Bahnmüller 

Info: Das Willkommenszentrum des Klosters Benediktbeuern ist ab 15. November täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet.

06.11.2022 - Bistum Augsburg