Anzeige

Priesterjubilare 2020 trafen sich mit ehemaligen Kurskollegen

Freude am Dienst bewahren

ST. OTTILIEN – Gemeinsam mit Priestern aus der ganzen Diözese feierte Bischof Bertram Meier in der Klosterkirche der Erzabtei St. Ottilien deren Weihejubiläum. Unter ihnen waren Bischöfe, Domkapitulare, Ordenspriester, Pfarrer und Ruhestandsgeistliche, die auf 25, 40, 50, 60, 65 und 70 Jahre priesterliches Wirken zurückblicken.

Für Erzabt Wolfgang Öxler war es „eine große Freude, Bertram Meier zum ersten Mal als Bischof in St. Ottilien begrüßen zu dürfen“, aber auch die Jubilare, die schon lange Jahre ihren Dienst mit Freude versehen: „In den langen Jahren kann die Freude schon mal verloren gehen, sie ist jedoch das Wichtigste am Dienst!“ Für Bischof Bertram war es fast ein „Hausbesuch“, liegt doch sein Heimatort Kaufering ganz in der Nähe, und die Erzabtei hat er „immer schon gerne und auch oft besucht.“ 

In seiner Predigt zitierte der Bischof den heiligen Bernhard von Clairvaux über die hohe Verantwortung, die der einzelne für sein priesterliches Tun und den Dienst am Nächsten übernommen hat: „Wenn du weise bist, wirst du dich als Schale und nicht als Rohr erweisen. Das Rohr nimmt fast zur gleichen Zeit auf und gießt wieder aus, was es aufgenommen hat; die Schale aber wartet, bis sie voll ist und gibt so, was überfließt ohne eigenen Verlust weiter, denn sie weiß, dass der verwünscht ist, der seinen Anteil mindert.“ Für die Jubilare und sich selbst erhoffte der Bischof vor allem eines, „dass wir immer mehr zur Schale werden, uns erfüllen lassen und aus dieser Fülle weitergeben, mit der der Herr uns täglich neu beschenkt.“

Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Garten des Exerzitienhauses ein Stehempfang statt. Die Jubilare nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen, ehemalige Kurskollegen wieder zu sehen, über gemeinsame Jahre zu sprechen und von Erlebtem zu erzählen. 

Ein Jubilar ist in diesem Jahr auch Pater Ludger Schäffer, der seit 40 Jahren im priesterlichen Dienst steht. Er trat 1977 in den Orden der Missionsbenediktiner von St. Ottilien ein, ist Diplomtheologe, Lizentiat der Liturgiewissenschaft, Subprior, Zeremoniar, Mitarbeiter in der Novizenausbildung und Geistlicher Begleiter. Seit 2009 koordiniert er den Bereich zwischen Speisesaal und Küche und bekam deshalb von Abtpräses Jeremias Schröder den Bei­namen „Mutter des Konvents“. Viele Besucher kennen ihn auch von der sonntäglichen 11-Uhr-Messe. 

Ebenfalls ein Ottilianer ist Pater Vianney Meister, der sein 25-Jahr- Jubiläum feiern konnte. Viele kennen ihn als Mitglied des Gesangstrios „Die Priester“. Pater Vianney ist Chefkantor der Mönchs-Schola, Leiter des Tagesheims und Religionslehrer am Rhabanus-Maurus-Gymnasium. Er spielt Trompete, Tuba und Gitarre und singt. Für ihn ist Musik „Botschaft der Freude, des Lebens und des weiten Herzens“. Seinen Dienst als Missionsbenediktiner erfüllt er in St. Ottilien. In die Mission zu gehen, das habe sich nie ergeben, berichtet er. „Ich sehe meine Missionsaufgabe vor Ort im Arbeiten mit den Schülern“.

Johannes Schaber, Abt des Benediktinerklosters Ottobeuren, kann  ebenfalls auf 25 Jahre priesterliches Wirken zurückblicken. Scherzend weist Abt Johannes darauf hin, dass die Ottilianer gerne seine Kirche, die spätbarocke Basilika St. Alexander und St. Theodor, besuchen, „weil sie halt auch mal eine schöne Kirche sehen wollen“. 

Fröhlich, humorvoll und in angeregten Gesprächen ging es zum gemeinsamen Mittagessen zu, bei dem die Jubilare eine Urkunde als Anerkennung für ihren jahrzehntelangen treuen Dienst und das Buch „Kirche – Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung“ erhielten. Es war anlässlich des 60. Geburtstag von Bischof Bertram der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Gabriele Rabl

30.07.2020 - Bistum Augsburg