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Kommentar zur Überblendung der Kuppelinschrift am Berliner Stadtschloss:

"Christliche Wurzeln nicht verleugnen!"

Seit dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses steht außer dem Kreuz vor allem der Schriftzug an der Kuppel in der Kritik. Erneut ist umstritten, inwieweit die Bibelzitate religiös oder politisch zu verstehen sind. Kürzlich kam die Idee auf, die Worte durch alternative Texte zu überblenden. Hildegard Schütz, Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg, sieht das in ihrem Kommentar kritisch:

Der weltanschaulich neutrale Staat gewährt Religionsfreiheit und ermöglicht es unterschiedlichen Religionen, ihre Symbole zu zeigen und ihre Kulte zu praktizieren. So erweist sich die offene Gesellschaft als Garant für Pluralität und Toleranz. Dies wäre der Idealzustand. Die Realität sieht unter der gegenwärtigen Regierungskoalition jedoch anders aus: Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) unterstützt das Ansinnen, die Kuppelinschrift des Humboldt-Forums in Berlin durch eine Kunstinstallation zu überdecken. Diese Inschrift ist aus zwei Bibelversen – Apg 4,12 und Phil 2,10 – zusammengesetzt. Deren Inhalt, dass sich die Menschen ausschließlich vor Gott verbeugen und ihm die Ehre erweisen sollen, hat bis heute Gültigkeit. Bei dieser Kunstaktion geht es offensichtlich in erster Linie um die Ausblendung, um die Verdrängung des Christlichen aus dem öffentlichen Raum.

Von noch weit größerer Ignoranz und Arroganz zeugt das Entfernen des Ratskreuzes aus dem Friedenssaal in Münster auf Veranlassung des Auswärtigen Amts. Um an den Westfälischen Frieden zu erinnern, tagten die G7-Außenminister im Friedenssaal in Münster. Das Kreuz an dem historischen Ort steht für Toleranz, Friedfertigkeit und Mitmenschlichkeit und somit für die Überwindung von Gewalt. Genau diese Ziele wollten die Außenminister der G-7-Staaten mit ihrem Treffen erreichen.Welch eine Absurdität, genau dieses Kreuz, dieses Zeichen der Versöhnung abzuhängen!

Bereits der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP zeigt einen großen Abstand zwischen Kirche und Staat. Dass aber das Christliche derart verleugnet wird, zeugt nicht nur von unsäglicher Geschichtsvergessenheit, sondern auch von mangelnder religions- und kulturpolitischer Kompetenz sowohl der Kulturstaatsministerin Roth als auch der (ebenfalls grünen) Außenministerin Annalena Baerbock.

Gerade sie sollten aber bedenken: Auch der weltanschaulich neutrale Staat kann und soll gemäß der Verfassung seine christlichen Wurzeln nicht verleugnen!

Hildegard Schütz