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Renovabis-Chef:

Neuen Holodomor in Ukraine verhindern

Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis hat die Resolution des Bundestags zur historischen Hungerkrise Holodomor begrüßt. Endlich werde das Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer anerkannt, erklärte Renovabis-Chef Thomas Schwartz am Mittwochabend in Freising anlässlich einer entsprechenden Resolution. Der Bundestag hatte am Abend den Holodomor als Völkermord eingestuft. Lange sei das Schicksal des ukrainischen Volkes nicht im deutschen Bewusstsein gewesen. "Die Ukraine ist als Nation mit eigener Geschichte und Kultur einfach übersehen worden."

Holodomor ist die Bezeichnung für die Hungersnot in der Ukraine ab 1932. Damals gehörte die Ukraine zur Sowjetunion. Verursacht wurde die Hungersnot durch die Entscheidung Josef Stalins, die Landwirtschaft gewaltsam zu kollektivieren.

Der Holodomor vor 90 Jahren sei Teil einer langen Leidensgeschichte des Landes, betonte Schwartz. Auch Deutschland habe im Zweiten Weltkrieg in der Ukraine eine Spur des Todes hinterlassen. Auch dieses Mal habe Russland dem ukrainischen Volk einen Krieg "sinnlos aufgezwungen". Ihn erinnere die russische Kriegsführung "durchaus an den Holodomor vor 90 Jahren".

Zugleich machte er aber auf einen Unterschied aufmerksam. Damals hätten bis zu vier Millionen Menschen durch bewusst herbeigeführten Hunger ihr Leben verloren. Dies sei 1932/1933 aber jenseits der Wahrnehmung in anderen Ländern geschehen: "Heute bekommt die ganze Welt mit, wie durch die gezielte Zerstörung von Infrastruktur den Menschen in der Ukraine die Lebensgrundlagen genommen werden sollen."

Schwartz rief dazu auf, alles zu tun, dass es in diesem Winter in der Ukraine Wärme, Elektrizität und Wasser gebe und es zu keiner neuen humanitären Katastrophe komme. Seinen Appell richte er nicht nur an die Regierungen. Auch jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten, durch Spenden an Hilfsorganisationen oder die Aufnahme von Flüchtenden.

KNA

01.12.2022 - Flüchtlinge , Krieg , Ukraine