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Neben orthodoxem Termin

Westlicher Weihnachtstag wird in der Ukraine Feiertag

In der Ukraine ist ab sofort neben dem orthodoxen Weihnachtstag (7. Januar) auch der westliche Weihnachtstag arbeitsfrei. Das ukrainische Parlament erhob den 25. Dezember, an dem römisch-katholische und protestantische Christen Weihnachten feiern, am Donnerstag mit klarer Mehrheit zum gesetzlichen Feiertag. Zugleich stimmten die Abgeordneten mit deutlicher Mehrheit für die Abschaffung des bisherigen Feiertags am 2. Mai.

Die Ukraine ist damit nach Weißrussland die zweite frühere Sowjetrepublik, in der beide Weihnachtstage gesetzliche Feiertage sind. Befürworter des Gesetzes erklärten bei der Parlamentsdebatte, der neue Feiertag solle zur besseren Verständigung zwischen Christen in- und außerhalb der Ukraine beitragen. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum.

Die meisten orthodoxen und griechisch-katholischen Ukrainer feiern die Geburt Jesu nach dem alten Julianischen Kalender am 7. Januar. Fast ein Drittel aller Kirchengemeinden, vor allem römisch-katholische und protestantische, feiern Weihnachten nach Angaben des Kulturministeriums hingegen am 25. Dezember. Etliche orthodoxe und griechisch-katholische Christen tendieren in der Ukraine allerdings dazu, Weihnachten wie im Westen am 25. Dezember zu feiern. „Wir wollen mit der ganzen Welt zusammen feiern und nicht nur mit Russland und noch ein paar Ländern der ehemaligen Sowjetunion“, sagte etwa die orthodoxe Kiewerin Olena Noha.

Der Kiewer Großerzbischof der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche, Swjatoslaw Schewtschuk, zeigte sich bereits in der Vergangenheit offen, die Verlegung des Weihnachtsfests vom 7. Januar auf den 25. Dezember zu prüfen. In naher Zukunft werde sich aber in seiner Kirche der Termin nicht ändern, sagte er 2016.

In Lettland waren in den vergangenen Jahren mehrfach Gesetzesinitiativen im Parlament knapp gescheitert, neben dem 25. und 26. Dezember auch den 7. Januar zum gesetzlichen Feiertag zu erheben. In Lettland und vor allem in der Hauptstadt Riga lebt seit der Sowjetzeit eine starke russische Minderheit.

KNA