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Leben retten - auch in der Nacht

Weil Privatleute die gemeinnützige DRF Luftrettung gründeten, konnte 1973 der erste DRF-Rettungshubschrauber zu einem Einsatz fliegen. Dank der Unterstützung aus der Bevölkerung blieb es nicht bei diesem einen Hubschrauber, der in Stuttgart stationiert war: Heute starten Crews der Organisation von 29 Stationen in Deutschland. Theresia Kneschke, die für den DRF e.V. arbeitet, hat unsere Fragen zur Arbeit der Luftretter beantwortet, die nicht nur jeden Tag, sondern auch nachts im Einsatz sind.

Frau Kneschke, Ihre Organisation hat seit 1976 im Schnitt alle anderthalb Jahre eine neue Station eingerichtet. Warum? 

Jedes Leben ist einzigartig und wert, gerettet zu werden. Die DRF Luftrettung ist, dank derer, die uns unterstützen, großer und unverzichtbarer Teil eines flächendeckenden Stationsnetzes. Wir tun alles dafür, dass unsere Crews jeden Ort im Umkreis von 60 Kilometern der Stationen in maximal 15 Minuten erreichen. An bislang elf Stationen, unter anderem in München, Regensburg und Berlin, starten sie auch in der Nacht. 

Nachtflüge klingen nach einer sehr anspruchsvollen Aufgabe mit hohen Anforderungen …

Absolut, das gilt allerdings ebenfalls für Einsätze am Tag: Da sind unsere Crews innerhalb von zwei Minuten in der Luft, wenn sie alarmiert werden. Und sie geben alles, um Menschen zu retten. Damit bei jedem Ablauf alle Handgriffe sitzen, werden sie umfassend geschult. Unsere Pilotinnen und Piloten müssen bei jedem Einsatz sehr viel beachten – allein schon in puncto Flugrecht. In der Nacht kommt dann noch etliches mehr dazu.

Wie schaffen es die Pilotinnen und Piloten denn, nachts sicher zu landen? 

Unter anderem lernen sie, mit speziellen Nachtsichtgeräten zu fliegen. Sie sollten da einmal durchschauen, wenn unsere Tage der offenen Tür wieder stattfinden können: Was vorher dunkel und nicht zu erkennen war, wird nun in schwarz-weißen Bildern abgebildet – eine große technische Errungenschaft! Tatsächlich wurden Nachtsichtgeräte schon 1940 für das Militär entwickelt – erst 2009 wurde allerdings die Genehmigung für den Einsatz in der Luftrettung erteilt. Wir haben sie als erste gemeinnützige Organisation in Deutschland eingesetzt. Sowohl unsere Pilotinnen und Piloten als auch unsere Co-Piloten und Co-Pilotinnen – nachts müssen aus Sicherheitsgründen immer zwei Personen im Cockpit sitzen – wurden mit diesen jeweils rund 10 000 Euro teuren Geräten ausgestattet. Die Anschaffung der Ausstattung war nur dank großzügiger Spenden möglich. 

Die Arbeit in der Nacht ist sicher besonders belastend. 

Natürlich machen es die Umstände nicht einfacher. Doch unsere Crews werden ja auch für die Einsätze bei Nacht ständig geschult. Sie bewahren in jeder Situation Ruhe. Das gemeinsame Ziel, das Retten von Menschenleben, gibt großen­ Antrieb. Dafür wird jede Belastung in Kauf genommen. Unfälle oder Notfälle wie Herzinfarkte halten sich nicht an Tageszeiten. In Gesprächen mit verschiedenen Crews habe ich schon erzählt bekommen, was für ein unbeschreibliches Gefühl es für sie war, wenn sie jemanden retten konnten und dann auf dem Rückflug die Sonne aufging. In Dankesbriefen schreiben unsere Patientinnen und Patienten oft, wie gut sie sich aufgehoben gefühlt haben – trotz der oft dramatischen Umstände bei der Rettung. Ich denke, das spricht für sich.

Information: drf-luftrettung.de

21.06.2021 - Anzeigen , Hilfswerke