„Christus verwandelt uns in sich“ (Freitag, 08. Juni 2018 10:23:00) / Bistum Regensburg / Neue Bildpost

Fronleichnam in Regensburg

„Christus verwandelt uns in sich“

REGENSBURG (pdr/sm) – In seiner Predigt zum Fronleichnamsfest auf dem Domplatz in Regensburg hat Bischof Rudolf Voderholzer die Bedeutung von Fronleichnam, Eucharistie und Kommunionempfang erläutert. Dabei machte er deutlich, dass für ihn Kirche und Eucharistie untrennbar zusammengehören.
Zu Beginn des Pontifikalamts im Regensburger Dom St. Peter konnte Bischof Rudolf zahlreiche Gläubige, kirchliche Verbände und Fahnenab­ordnungen sowie Vertreter staatlicher Behörden begrüßen. Er freute sich, dass an diesem strahlenden Frühsommertag so viele Menschen in den Dom gekommen waren, um gemeinsam ein Fest des Glaubens zu feiern.   
Im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst hielt die Prozession an vier geschmückten Altären in der Regensburger Innenstadt jeweils eine kurze Statio. „Die vier Altäre stehen für die vier Himmelsrichtungen“, so Bischof Rudolf in seinen Einleitungsworten. „Wir wollen mit Christus und für ihn auf die Straße gehen und unseren Glauben bezeugen“, sagte der Regensburger Bischof, der das Allerheiligste Altarsakrament während der Prozession trug, die zu den vier geschmückten Altären, vor der Karmelitenkirche St. Josef, der Kirche St. Kassian, der Basilika St. Emmeram und vor den Regensburger Dom führte. Anlässlich des kirchlichen Hochfestes waren zahlreiche Straßen und Häuserfassaden mit Birkenzweigen und Fahnen festlich geschmückt. Nach einem Gebet für die Stadt und ihre Einwohner spendete Bischof Rudolf   Voderholzer an den Altären jeweils den eucharistischen Segen.
„Wir sind auf die Straße gegangen, um für unseren Herrn Jesus Christus Zeugnis abzulegen“, brachte der Bischof in seiner Predigt am Ende der Fronleichnamsprozession die Bedeutung von Fronleichnam noch einmal auf den Punkt.  „Unser Allerheiligstes ist Christus“, so Bischof Voderholzer weiter. „Wir verwenden dafür einen doppelten Superlativ: Allerheiligstes. Dieser doppelte Superlativ hat in der Glaubensgeschichte Israels und der Kirche eine lange Bedeutungsgeschichte. Für unsere älteren Schwestern und Brüder, die gläubigen Juden, ist das Allerheiligste das Zentrum des Tempels in Jerusalem gewesen. Die Tora, die Lebensweisung Gottes für sein Volk Israel, ist das Allerheiligste für Israel“, erläuterte der Bischof den Gläubigen. Da die Fronleichnamsprozession auch ganz in der Nähe des Neubaus der Synagoge in Regensburg vorbeizog, betonte der Regensburger Oberhirte auch ausdrücklich die tiefe Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde in Regensburg.
Leib Christi sein
Darüber hinaus betonte Bischof Rudolf: „Gott ist unter uns gegenwärtig in der Feier der Eucharistie und er bleibt gegenwärtig im Brot des Lebens und so haben wir ihn heute durch die Straßen getragen, in seinem Zeichen den Segen erbeten für die Stadt, ihre Bewohnerinnen und Bewohner und für alle Schöpfung.“ Der Bischof weiter: „Und dieses Brot empfangen wir in jeder heiligen Messe und somit wird es ein Teil von uns.“ Das Besondere dieser heiligen Speise sei, „dass nicht wir sie in uns verwandeln, sondern, dass die heilige Speise, Christus selber, uns in sich verwandelt. Leib Christi dürfen wir letztlich selber sein, als die Kirche, die seine Gegenwart in dieser Welt darstellen darf.“
Die Fronleichnamsprozession sei ein wunderbares Zeichen für die Darstellung von Kirche in ihrer Verbindung und Gemeinschaft mit Christus, so der Bischof. „Ich durfte Christus in der Mitte tragen und um diesen Zug haben sich alle Gruppen und Stände der Kirche versammelt. Was für ein wunderbares Zeichen dafür, dass wir im Blick auf ihn und gestärkt durch ihn, nachdem wir ihn empfangen haben, sein Leib und seine Gegenwartsgestalt in der Kirche sein dürfen.“
Und der Kommunionempfang sei auch die höchstmögliche Teilnahme an der Feier der Eucharistie, sagte der Bischof: „Christus schließt niemanden aus, wir schließen niemanden aus, aber alle sind eingeladen dieses Bekenntnis zu Jesus Christus in der Brotgestalt, in der Gemeinschaft der Kirche, in Verbindung mit dem Papst, dem Bischof, den Priestern und Diakonen und dem ganzen Volk sich zu eigen zu machen und mit uns allen vor dem Herrn in die Knie zu gehen, als unserem Allerheiligsten.“
So erklärte der Bischof am Ende seiner Predigt den Gläubigen noch: „Und wenn wir vor dem Herrn in die Knie gehen, dann machen wir nicht in erster Linie uns klein, sondern ihn groß.“