Künftig eine Bekenntniskirche (Dienstag, 14. August 2018 08:36:00) / Bistum Regensburg / Neue Bildpost

Bischof Rudolf feiert Pontifikalamt zur Eröffnung der Frohnbergwoche

Künftig eine Bekenntniskirche

HAHNBACH (mma/md) – Bischof Rudolf Voderholzer hat den vormittäglichen Hauptgottesdienst am ersten Frohnbergfestsonntag in Konzelebration mit den Hahnbacher Pfarrern Christian Schulz und Hans Peter Heindl sowie den Priestern Florian Frohn­höfer und Georg Rabeneck gefeiert. Diakon Dieter Gerstacker assistierte am Altar und trug das Evangelium nach Johannes vor. Thema des Pontifikalhochamtes war der zweite Satz des Credos „... und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn“. Musikalisch eindrucksvoll gestalteten die Singgemeinschaft St. Jakobus und der Kirchenchor von Ursulapoppenricht gemeinsam unter Ludwig Wendl und mit Christof Weiß am E-Piano die Eucharistiefeier.
Nach vier Jahren sei er „sehr gerne zum zweiten Mal“ gekommen, begann der Bischof. Er lobte die „große Sorgfalt“ von Pfarrer Schulz, mit der er die Festwoche geplant habe und den „wunderbaren Anblick“ der unzähligen Gläubigen um den Freialtar. Es sei richtig, sich in die zwölf Bekenntnissätze des Glaubensbekenntnisses zu vertiefen, da „wir Auskunft geben müssen über den Grund unserer Hoffnung, da die zukünftige Kirche eine Bekenntniskirche sein wird“.
Das apostolische Glaubensbekenntnis gehe in seiner Grundstruktur auf die Apostel zurück und sei primär trinitarisch, begann der Bischof seine Predigt. Der Glaube an den dreifaltigen Gott bleibe Mitte und Höhepunkt der Offenbarung, betonte er. „Gott ist nicht einer und nicht einsam“, da er im Schenken und Empfangen von Liebe die wesenhafte Beziehung, die Fülle des Lebens und der Liebe sei. In Freiheit habe Gott die Schöpfung gewollt und deshalb könne auch er diese erlösen, da er Urgrund allen Seins sei.
Der Glaube an den eingeborenen Sohn bedeute, dass dieser der einzig gezeugte und geborene Sohn sei. Dies dürfe auf keine Fall biologisch verstanden werden, so der Pontifex, sondern wolle aussagen, dass es sich hierbei um ein wesensgleiches Hervorbringen handle. Jesus sei wie Gott von Anfang an Gott, der weder Mann noch Frau ist. Da Gott im Christentum – im Gegensatz zur monopersonalen Gottesvorstellung im Islam – Beziehung und Liebe sei, könne man diesem Gott in Gemeinschaft, in den Sakramenten und auch in Bildern begegnen.
Das Wissen der Christen vor allem um die Taten Jesu, der sich in den zwölf Aposteln ein neues Gottesvolk erwählt habe, der die Schrift mit unüberbietbarer Vollmacht ausgelegt und sich dabei über Mose und sogar auf die Ebene der Thora, also Gottes gestellt habe, holte das „Reich Gottes auf die Erde“. Die Totenerweckungen, welche in der Vergebung der Sünden gipfelten, die doch nur Gott alleine geben könne, Jesu „Ich bin-Worte“, mit denen er sich mit Jahwe, dem „Ich bin, der ich bin“ identifizierte, hätten damals wie heute nur zwei Antworten zugelassen: „Ablehnung bis zum Tod oder Anbetung“.
Die Antwort Gottes auf Jesu Tod, die Auferweckung Jesu, sei aber über den Tod hinausgegangen und sei schließlich „der Höhepunkt der Offenbarung“ gewesen. Die Gewissheit der Präsenz im Heiligen Geist bis in unsere Gegenwart mache damit alle Christen zu Kindern Gottes. Trost und Hoffnung schenke dies den Gläubigen, deren Dank die rechte Antwort sei. Wie einst die Apostel könne man deshalb auf Jesu Frage: „Wollt auch ihr gehen?“ nur antworten: „Wohin sollten wir gehen? Du allein hast Worte des ewigen Lebens.“