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Klöppel-Bruch und Haar-Riss

Drei Domglocken in Münster müssen derzeit schweigen

Drei der zehn Bronzeglocken des Doms in Münster müssen derzeit schweigen. Bei der fünf Tonnen schweren "Bernardus" sei schon im November der stählerne Klöppel beim Läuten abgebrochen, berichtet das Münsteraner Portal kirche-und-leben.de. Bei der ohnehin selten geläuteten Glocke "Ludgerus" sei ein Haar-Riss gefunden worden. Und die darunter hängende und mit 7,6 Tonnen größte Glocke "Kardinal" läute derzeit vorsorglich nicht.

Der etwa 120 Kilo schwere Klöppel der Bernardus-Glocke sei zu Boden gestürzt und habe ein Loch in eine Zwischendecke des Glockenstuhls geschlagen, zitiert das Portal Dombaumeisterin Anette Brachthäuser. "Der Aufprall war nicht zu überhören." Bei dem Klöppel liege ein "Dauerschwingbruch" oder "Ermüdungsbruch" vor, weshalb eines neues Exemplar in Auftrag gegeben werde.

Bei der Überprüfung der Glocken durch Sachverständige und Statiker wurde den Angaben zufolge der Haarriss der nur eine Tonne schweren Ludgerus-Glocke entdeckt, die aus dem Jahr 1526 stammt und mit Abstand die älteste unter den Glocken im Südturm der Kathedrale ist. Sie sei nach dem Zweiten Weltkrieg angekauft worden, um das 1956 gegossene Domgeläut zu ergänzen. Die historischen Glocken überstanden die Bomben des Krieges nicht.

2011 war auch der Klöppel der Petersglocke im Kölner Dom beim Feiertagsläuten zum Dreikönigstag abgebrochen. Untersuchungen hatten ergeben, dass das Stück mit 800 Kilo zu schwer war. Für den "Dicken Pitter" wurde wenige Monate später eine leichtere 600-Kilo-Version montiert. Doch der nicht mittig sitzende neue Klöppel "küsste" das Innere der mit 24 Tonnen größten Glocke der Kathedrale nicht genau. Erst nach anderthalbjähriger Pause kam die Glocke an Allerheiligen 2018 wieder zum Einsatz.

KNA

16.07.2021 - Deutschland , Kirche , Musik