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Rückkehr nach Rom

Benedikt XVI. beendet Besuch bei krankem Bruder in Regensburg

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. beendet seinen fünftägigen Besuch in Regensburg. Am heutigen Montagmorgen fliegt er nach Angaben des Bistums Regensburg von München aus nach Rom zurück. Am Donnerstag hatte sich das 93-jährige frühere Kirchenoberhaupt in einer Maschine der italienischen Luftwaffe überraschend auf den Weg gemacht, um seinem drei Jahre älteren, schwer kranken Bruder Georg Ratzinger nahe zu sein. Zu dessen Gesundheitszustand wurden keine Angaben gemacht.

Benedikt XVI. ist inzwischen selbst stark körperlich beeinträchtigt und nutzt einen Rollstuhl. Während seines als privat deklarierten Aufenthalts wurde er von der Polizei weitgehend abgeschirmt. Öffentliche Termine gab es nicht.

Im Haus des ehemaligen Domkapellmeisters in der Regensburger Altstadt verbrachten die beiden Brüder jeden Tag mehrere Stunden zusammen. Am Samstag nutzte Benedikt XVI. die Gelegenheit zu einem kurzen Gebet am Grab seiner Eltern und seiner Schwester auf dem Friedhof in Regensburg-Ziegetsdorf. Dabei wurde er vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer begleitet.

Anschließend fuhr er zu seinem ehemaligen Privathaus in den Vorort Pentling, wo er von 1970 bis 1977 als Theologieprofessor an der Universität Regensburg wohnte. Außerdem kam der Papstbotschafter in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, zu einer kurzen Begegnung nach Regensburg.

Spekulationen, dass Benedikt XVI. seinen Altersruhesitz aus dem Vatikan nach Bayern zurückverlegen könnte, wies der Regensburger Bistumssprecher Clemens Neck am Sonntag als gegenstandslos zurück. "Eine dauerhafte Bleibe war nie ein Thema", sagte er. Es sei lediglich um die Anzahl der Tage gegangen, die der emeritierte Papst in Regensburg verbringe.

Benedikt XVI. wurde von einem kleinen Gefolge begleitet, darunter sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, ein Arzt, ein Pfleger, eine Ordensfrau sowie drei Sicherheitskräfte der vatikanischen Gendarmerie.

KNA

22.06.2020 - Bayern , Familie , Papst