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Mehrere in Deutschland

Neue Stätten sind Weltkulturerbe der Unesco

Mehrere Stätten stehen neu auf der Liste des Weltkulturerbes - darunter gleich mehrere aus Deutschland. Die Mathildenhöhe Darmstadt wurde am Wochenende ebenso aufgenommen wie elf europäische Kurstädte, darunter Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen. Deutschland verzeichnet damit nun 48 Welterbestätten, wie die Deutsche Unesco-Kommission (DUK) mitteilte. Das Welterbekomitee tagt noch bis 31. Juli online. In den kommenden Tagen wird die Entscheidung über die jüdischen SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sowie über die römischen Grenzabschnitte Donau-Limes und Niedergermanischer Limes erwartet.

Von der Mathildenhöhe, die 1899 als Künstlerkolonie gegründet wurde, gingen zahlreiche Impulse für Architektur, Kunst und Design aus, die die Moderne prägen sollten. Sie stehe "für den Aufbruch von Architektur und Design in eine neue Zeit", erklärte die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering.

Die Tradition der Kur hat sich laut DUK in Europa auf besondere Art herausgebildet. Rund um Heilquellen entstand ein eigener städtebaulicher Typus: die Kurstadt. Ihre Blüte erlebte die Bäderkultur zwischen 1700 und den 1930er Jahren. Überliefertes Wissen um die Heilkraft des Wassers sowohl beim Baden als auch beim Trinken wurde systematisch untersucht und angewandt. Die Kurstädte mit ihren Quellen wurden zu Orten der Heilung und Erholung. "Die Tradition der Kurbäder und ihre besondere Architektur, ihre Gemeinsamkeiten und Eigenheiten offenbaren sich hier wie nirgendwo sonst", sagt DUK-Präsidentin Maria Böhmer.

Auch Freskenzyklen aus dem 14. Jahrhundert, die sich in mehreren Gebäudekomplexen im italienischen Padua befinden, wurden neu in die Liste aufgenommen. "Inspiriert von Fortschritten der optischen Wissenschaft nutzten Giotto und andere Künstler des 14. Jahrhunderts hier erstmalig die räumliche Perspektive und stellten menschliche Figuren mit individuellen Zügen und Gefühlsäußerungen dar", erklärte die Unesco. Der Bischof von Padua, Claudio Cipolla, sprach von einer "wichtigen Anerkennung". Für das Baptisterium der Kathedrale sowie für die Kirche der Eremitani, wo sich ein Teil der Fresken befindet, ist das Bistum Padua als Eigentümer unmittelbar verantwortlich.

Zu den weiteren Neuaufnahmen gehören der Leuchtturm von Cordouan in Frankreich, der Kulturraum von Hima in Saudi-Arabien, der Markt- und Handelsplatz der Song-Yuan-Dynastie in der ostchinesischen Hafenstadt Quanzhou, der Tempel Kakatiya Rudreshwara (im Volksmund: "Ramappa-Tempel") im indischen Bundesstaat Telangana, die transiranische Eisenbahn sowie die Madrider Landschaft der Künste und der Wissenschaft mit dem Boulevard Paseo del Prado und dem Retiro-Park.

Insgesamt stehen auf der Liste des Unesco-Welterbes derzeit 1.129 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht.

KNA

26.07.2021 - Deutschland , Gesundheit , Kultur