Katholische Kirche mahnt Menschenrechte in der Fischerei an (Donnerstag, 22. November 2018 10:52:00) / Nachrichten / Neue Bildpost

Ausbeutung von Arbeitern und Ressourcen

Katholische Kirche mahnt Menschenrechte in der Fischerei an

Zum Weltfischereitag an diesem Mittwoch hat der Vatikan zur verstärkten Achtung der Rechte von Menschen in der Fischindustrie aufgerufen. In diesem Sektor seien Zahl und Ausmaß der Verstöße gegen grundlegende Arbeits- und Menschenrechte besonders hoch, kritisierte Kurienkardinal Peter Turkson in einer Botschaft zu dem 1997 ausgerufenen Welttag. Dort gebe es massenweise Ausbeutung, Kinder- oder Zwangsarbeit, Menschenhandel sowie gefährliche Arbeitsbedingungen, so der Kardinal bei einem Vortrag bei der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO am Mittwoch in Rom.

Leider hätten sich die Abkommen, die viele Staaten unterzeichnet hätten, als nicht wirksam genug erwiesen, kritisierte Turkson. Als Hauptverantwortliche für die Missstände müsse die Fischindustrie sich um Verbesserungen kümmern. Dazu gehöre etwa eine Zertifizierung ihrer Produkte. Umgekehrt müssten auch Verbraucher und Zivilgesellschaft ihre Verantwortung als Konsumenten wahrnehmen.

Der päpstliche Außenbeauftragte, Erzbischof Paul Gallagher, kritisierte bei der Veranstaltung die Fischerei als einen der Bereiche mit "den schlechtesten und unmenschlichsten Arbeitsbedingungen". Hinzu komme die massive Ausbeutung maritimer Ressourcen, auch durch illegale Praktiken, nur um des Profits willen. Dies wiederum gefährdeten die Nachhaltigkeit der gesamten Meeresökologie. Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit seien die beiden großen Ziele, denen der Einsatz aller Beteiligten gelten müsse.

Ohne Anerkennung seiner grundlegenden Rechte werde sich kaum ein Fischer auch für eine nachhaltige Fischerei einsetzen, mahnte Gallagher. Aussicht auf Erfolg gebe es aber nur, "wenn wir heute mehr zusammenarbeiten als je zuvor", warnte Gallagher. Als Beispiel nannte er die Hinweise auf Menschenrechte, wie sie etwa von der EU kürzlich mit Verhaltenskodices in Fischereiabkommen mit Drittstaaten eingearbeitet wurden.

Nach FAO-Angaben von 2016 arbeiten im Fischerei- und Aquakultursektor 59,6 Millionen Menschen, davon 85 Prozent aus Asien. Diese produzierten demnach 171 Millionen Tonnen Fisch mit einem gesamten Verkaufswert von 320 Milliarden Dollar. Die gesamte Produktions- und Handelskette im Fischsektor, vom Fang bis zum Endverkauf, bietet rund 820 Millionen Menschen eine Lebensgrundlage.

KNA

22.11.2018 - Ethik , Vatikan