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Geteiltes Gold

Olympiaseelsorgerin beeindruckt von Sportsgeist der Hochspringer

Elisabeth Keilmann, katholische Seelsorgerin der deutschen Olympiamannschaft, zeigt sich beeindruckt vom Verlauf des Hochsprungwettbewerbs der Männer bei den Sommerspielen in Tokio. In einem am Dienstag veröffentlichten Interview des Portals katholisch.de hob sie die Einigung zwischen dem italienischen Olympioniken Gianmarco Tamberi und seinem Konkurrenten aus Katar, Essa Mutaz Barshim, hervor.

Beide Sportler hatten bei dem am Sonntag ausgetragenen Wettbewerb die Latte mit der gleichen Anzahl von Fehlversuchen bei 2,37 Metern übersprungen und scheiterten dreimal an der Höhe von 2,39 Metern. Anstatt in ein Stechen um die Goldmedaille zu gehen, teilten sie sich den Sieg. Dem ZDF sagte Barshim hinterher: "Wir sind so gute Freunde, seit zehn Jahren kämpfen wir gegeneinander, aber sind auch Kumpels. Es ist, als würde ein Traum wahr werden." Die bislang einmalige Geste in der Geschichte der olympischen Leichtathletik sorgte weltweit für Beachtung.

Die Sportseelsorgerinnen und Sportseelsorger verstünden sich als "Trainer der Seele", sagte Keilmann. "Wir haben Zeit, um zuzuhören, sprechen Mut zu und zeigen dem Menschen: Du bist wertvoll, auch wenn du keine Goldmedaille gewonnen hast." Allerdings arbeiteten sie und ihre Kollegen aufgrund der coronabedingten Auflagen diesmal lediglich online und von zuhause aus, fügte die Sportseelsorgerin hinzu. Das erschwere mitunter eine Kontaktaufnahme.

Zudem sei die Verweildauer der Sportler in Tokio relativ kurz. "Sie müssen 48 Stunden nach ihrem Wettkampf wieder nach Hause fliegen. Die persönlichen Begegnungen und die zufälligen Gespräche fehlen allen. Aber die Erfahrung zeigt: Für viele ist es gut zu wissen, dass wir da sind."

KNA

04.08.2021 - Gesellschaft , Seelsorge , Sport